Information über Gardinen

GardinenGardinenstoffe Herstellung

Wirkgardinen Beschreibung:
Kettengewirkte Gardinen besitzen mit ca. 85% den größten Anteil an der Gardinen-Gesamtproduktion. Aufgrund ihrer Bindungskonstruktion besitzen sie eine sehr hohe und bessere Schiebefestigkeit als gewebte Gardinenstoffe. Sie werden auf Kettenwirkautomaten, Raschel- oder Häkelgalonmaschinen gefertigt, wobei die Rascheltechnik mit Abstand die größte Bedeutung besitzt, da auf diesen Maschinen alle Musterungs- und Warenarten hergestellt werden können.

Raschelgardinen

Raschel ist eine Spezialtechnik der Kettenwirkerei mit großer Variationsbreite für alle Musterungs- und Warenarten, die vor allem für durchbrochene und spitzenartige Gardinenstoffe eine große Marktbedeutung erreicht hat. Darüber hinaus ist es ein besonderer Vorteil dieser Gardinenstoffe, dass sie in beiden Richtungen absolut schiebefest sind. Raschelmaschinen arbeiten mit einer enorm hohen Produktionsgeschwindigkeit, was nicht allein auf die Konstruktion der Maschinen, sondern auch die besonderen Eigenschaften der Chemiefasern und neue Garn-Generationen, wie z.B. Polyester-Microgarne, zurückzuführen ist. Microgarne sind Filamentgarne mit einem sehr feinen Einzeltiterfilament im Garn, die trotz ihrer Feinheit (10.000 m wiegen 1 g) eine außerordentlich hohe Festigkeit besitzen und zu einem weicheren, fließenderen Fall und textilerem Griff führen. Mit der Rascheltechnik lassen sich nahezu alle Stilrichtungen herstellen. Das Gardinenangebot reicht von feinen, dichten, glatten und gemusterten Gitterwaren und Tüllen bis hin zu schweren und offenen oder halbdichten Strukturdekorationen. Der Einsatz von bis zu 40 Musterlegebarren (Multibar) ermöglicht eine fast unbegrenzte Musterungsvielfalt. Die Fallblech-, Jacquard- und Magazinschuss-Technik sowie weitere Fadenelemente wie Stehfaden, Henkel und Flottung führen zu z usätzlichen Musterungsvarian-ten. Eine großflächige Musterung ist beispielsweise bei der Jacquard-Gardinen-Raschelmaschine theoretisch unbegrenzt möglich, und zwar sowohl für flache als auch erhabene Motive. Die Musterdaten für die Steuerung der Musterlegebarren werden entweder mechanisch über Kettenglie-der oder elektromechanisch über EDV-Kassetten übermittelt. Die Arbeitsbreiten betragen für ungemusterte Gardinen 5 bzw. 6 m und für glatte, gemusterte Gardinenstoffe bis zu 5 m.

Häkelgalon-Gardinen

In ihrer ursprünglichen Form war die Häkelgalonmaschine zur Herstellung schmaler Bänder, Fransen, Posamenten und Spitzen etc. bestimmt. Nach einer konstruktiven Umgestaltung wurde die Maschine seit etwa Mitte der 40er Jahre auch für die Herstellung von Gardinenstoffen eingesetzt. Sie gehört zu den Kettenwirkmaschinen mit drei Fadensystemen, die mit einem in Längsrichtung verlaufenden Kettsystem und dem hierzu quer verlaufenden Schuss arbeitet. Die Maschenbildung erfolgt durch waagerecht angeordnete Zungennadeln. Durch die Entwicklung der Raschel-Technik hat die Häkelgalon-Technik in der heutigen Zeit nur noch einen geringen Anteil an der Gesamt-Gardinenproduktion. Man setzt sie bevorzugt im gröberen Teilungsbereich ein. Der Bindungsvorgang ist im Prinzip der gleiche wie bei d er Raschelmaschine, wodurch auch das Warenbild beider Gewirke im Wesentlichen übereinstimmt. Diese Gardinenstoffe zeichnen sich neben der für Kettengewirke typischen Schiebefestigkeit durch ein besonders klares Warenbild aus.